Klein aber fein und auf Wachstumskurs: Fair Trade-Baumwollprodukte

14.08.12

Die Bremer Baumwollbörse, die Interessenvertretung der Baumwollhändler, berichtet aktuell über die Entwicklung der Fair Trade-Baumwollproduktion in der ganzen Welt. Überall sprießen kleine Projekte aus dem Boden, die sich nach schwieriger Umstellungsphase sehr dynamisch entwickeln, von Kamerun über Burkina Faso bis nach Indien, Mali, Senegal, Brasilien und Ägypten. Ganz neu im Bremer Cotton Report: Unsere Projekte in Uganda und Kirgisistan.

Aus 63.000 Tonnen Saatbaumwolle wurden 2011/2012 24.500 Tonnen Baumwollfasern produziert - 60 Prozent davon in Bio-Qualität z.B. für die Bio-Bettwäsche und Bio-Frottiertücher von Cotonea. Das ist eine Steigerung um 22 Prozent. Wer vermuten würde, dass Deutsche und Schweizer die größten Fair Trade-Freaks Europas sind, sieht sich getäuscht: Der größte Absatzmarkt für Fairtrade-Baumwollprodukte ist Großbritannien gefolgt von Frankreich. Erst auf Platz drei und vier stehen Deutschland und die Schweiz.

Fair Trade heißt, die Farmer erhalten einen existenzsichernden Mindestlohn und zusätzlich eine Fair Trade-Prämie von durchschnittlich 5 Eurocent pro Kilogramm. Dieses System ist entscheidend für die Bauern, sich langfristig auf den Anbau von Baumwolle – möglichst in Bio-Qualität – einzulassen. Damit werden Gemeinschaftsanschaffungen und -projekte wie Werkzeug, Schulungen, Bildung und Gesundheitsvorsorge finanziert. Am wichtigsten aber ist den Farmern die demokratische Beteiligung am Projekt. Mit Fair Trade-Projekten entwickeln sich also Regionen besser als mit jeder „normalen“ Entwicklungshilfe.

Trotzdem ist Fair Trade nur die eine Seite einer nachhaltigen Entwicklung. Alle, und insbesondere die Projekte in den Anbauländern, profitieren am meisten, wenn sie gleichzeitig ökologisch anbauen. Das erhält die Bodenfruchtbarkeit, macht die Menschen unabhängig von Krediten und schont das Grundwasser.