GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) bedrohen biologischen Landbau

05.09.14

Gentechnisch veränderte (Gv) Pflanzen bedrohen nicht nur den ökologischen Landbau, sie beeinflussen das Ökosystem und die Vielfalt der Arten. Einmal großflächig ausgebracht, sind die veränderten Gene nicht mehr aus der Natur zu eliminieren. Drei Viertel der weltweit erzeugten Baumwolle sind heute Gv-Sorten. Gv-Baumwolle wird in vielen Kontinenten der Welt angebaut - außer (noch) in Europa.

Gene aus Gv-Pflanzen werden durch Pollen auf andere Pflanzen übertragen, sofern diese sexuell kompatibel sind - was bei identischen Pflanzenfamilien selbstverständlich der Fall ist. Vorgeschriebene Mindestabstände sollen das verhindern, aber in der Realität funktioniert das nicht, weil die nicht ausreichen. Und Bienen fliegen weit ...

Am gängigsten ist Bt-Baumwolle, der die Gene des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis übertragen wurden. Die Pflanzen produzieren ein Gift, das die Raupen des Baumwollkapselbohrers tötet. Dass der aber mit der Zeit Resistenzen entwickelt, so dass das Gift nicht mehr wirkt, und dass es außerdem Nützlinge schädigt, haben die Unternehmen, die diese Gv-Saaten produzieren und um ein Drittel teurer verkaufen, scheinbar nicht bedacht. Auch Sekundärschädlinge - wie Wanzen - entwickeln sich explosionsartig. Folglich sinkt der Insektizid-Einsatz nur vorübergehend. Es gibt auch Herbizid-resistente Baumwoll-Sorten, die durch gentechnische Veränderung „immun“ sind gegen den Einsatz bestimmter Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide). So können problemlos Totalherbizide (Round Ups) ausgebracht werden, ohne dass die Nutzpflanze Schaden nimmt - was nach einiger Zeit zu Resistenzen der „Unkräuter“ führt.

Jede Pflanzen- und Tierart hat im Ökosystem eine Funktion. Nicht alle kennen wir, aber bei manchen, wie z. B. Bienen, ist ihr Nutzen offensichtlich. Um leben und überleben zu können, brauchen sie vielerlei Blüten. Mehrjährige Versuche in England haben ergeben, dass es neben Äckern mit Herbizid-resistenten Pflanzen (resistent gegen Pflanzengift) deutlich weniger Blütenpflanzen gab, wodurch die Insektenpopulation abnahm. So kommt ein Kreislauf in Gang, den wir irgendwann nicht mehr kontrollieren können.

Gentechnik verknüpft DNS-Moleküle* unterschiedlichster Herkunft miteinander, wodurch die natürlichen Kreuzungsbarrieren zwischen den Arten, die momentan noch existieren, übersprungen werden. „Damit sind künstliche Genkombinationen konstruierbar, die auf natürlichem Weg in der Evolution nicht entstehen“. (Quelle: Helmholtz Zentrum München)

Wollen wir das wirklich? Schon aus ethischen Gründen ist das für uns nicht vertretbar. Unser Weg ist die Artenvielfalt und ein ökologisches Gleichgewicht durch biologischen Anbau.

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* Die DNS (Desoxyribonukleinsäure, engl. DNA A=Acid) ist Träger aller genetischen Informationen höherer Organismen. Sie enthält als Gene bezeichnete Abschnitte, die für die Produktion der Proteine, die Grundbausteine lebender Materie, verantwortlich sind. Die Erbinformation einer jeden Tier- und Pflanzenart befindet sich im Zellkern. Sie wird in den Chromosomen verpackt und entsprechend den Gesetzmäßigkeiten der Vererbung an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Unter dem Begriff Gentechnologie werden Verfahren zusammengefasst, die es ermöglichen, DNS-Moleküle aus den verschiedensten Mikroorganismen, Tier- und Pflanzenarten zu isolieren, diese im Reagenzglas untereinander zu verknüpfen (sog. Rekombination) und die neu entstandenen Konstrukte nach ihrer Wiedereinführung in lebende Zellen zu vermehren. (Quelle: Helmholtz Zentrum, München)